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i miss…
  
 music: switchblade symphony - invisible

…my blog…

ich bin mir nur immer nicht so sicher, was ich eigentlich mit ihm anfangen will.

dann lese ich in wunderschönen blogs – oder in blogs mit wunderbarem inhalt und denke – ach ja *seufz* mein blog war auch immer schön…

und dann frage ich mich wieder, ob das so cool ist, alles online zu verbreiten – wäre es nicht besser, es einfach für mich selbst aufzuschreiben?

vor allem, wo ich so viele noch unbenutzte notizbücher habe <3

und am ende kann ich mich wieder nicht entscheiden ^^

aber: mein blog fühlt sich an wie zuhause 

Der Vampirhype aus meiner Sicht
  

Illusionen sind manchmal das einzige Mittel, um bei geistiger Gesundheit zu bleiben.

[Anita Blake in "Tanz der Toten" von Laurell K. Hamilton]

Mein Verhältnis zur “Twilight”-Serie von Stephenie Meyer ist sehr gespalten. Vor ca. 4 Jahren fanden die ersten Bücher ihren Weg in unsere Vampir-Bibliothek. Zu dieser Zeit waren wir noch glücklich über jedes einzelne Vampirbuch. Nach Anita Blake und Sookie Stackhouse wussten wir, dass viele Vampirromane, damals sogar noch fast alle, sehr gut waren. Da war diese Flutwelle “Oh das ist grad in!” noch nicht einmal in den Anfangsbewegungen.

Aber dann tauchte “Biss zum Morgengrauen” bei uns auf und wir waren etwas misstrauisch, nachdem wir den Klappentext gelesen hatten. So standen die Bücher ungeliebt im obersten Regal und fristeten dort ein trauriges Dasein.

Einige Zeit später sollte die Autorin nach Berlin zu Dussmann kommen, um dort eine kostenfreie Lesung zu geben. Der Termin stand fest auf meinem Terminplan, ganz einfach, weil ich die Autorin gern kennenlernen wollte und hoffte, dadurch der Serie etwas näher zu kommen. Da wir dann jedoch spontan nicht in Berlin waren, verpassten wir diese Gelegenheit.

Erst in Dublin wurde ich Ende 2008 auf “Twilight” wieder aufmerksam. Die Kinowerbung zierte die Doppeldeckerbusse von Dublin Bus. Bei meiner Recherche bemerkte ich dann, dass es die Verfilmung der “Biss..”-Serie war. Starttermin für den Film war der 15. Januar in Deutschland. Da ich nicht mehr genug Zeit hatte, vor meiner Rückkehr den Film noch in der Originalversion zu schauen, war das als mein nächster Termin im Terminplaner ;)

Und bis dahin schaffte ich es auch, den ersten Teil aus dem Regal zu nehmen und komplett durchzulesen. Ja, ich war begeistert. Die Story, die auf dem Klappentext zu simpel und vorhersehbar erschienen war, schaffte es, mich zu fesseln. Bella war mir in ihrem Denken und Fühlen näher als ich es je erwartet hatte, viel erinnerte mich an mich selbst in diesem Alter :)

Wer hätte den wissen können, dass der Hype um diese Serie so weit gehen würde, dass man sich am Ende (ungefähr zum jetzigen Zeitpunkt) nur noch würde schämen können, wenn man verlauten ließ, dass man die Bücher gelesen hatte? Wer hätte denn wissen können, dass zu viele pubertäre Kiddies das Kino bevölkern würden – und dass vor allem zu viele Menschen, die sonst keinen Schimmer von Vampiren, Übernatürlichem und Fantasyliteratur haben, plötzlich der Meinung sein würden, dass diese Serie das Highlight schlecht hin sei. Wer hätte denn wissen können, dass plötzlich alle Kritiker denken, Leute, die die Bücher gelesen haben, hätten keinen Plan vom Vampirmythos an sich – und würden etwas verherrlichen, was garantiert nicht glitzert.

Tja, es ist leider so weit gekommen. Sich als Vampirfan zu outen ist wirklich nichts, was man jetzt tun möchte. Die Blicke, die einen treffen sind sehr vernichtend. Ja, es stimmt, viele “Fans” reiten wirklich nur auf der “Es ist grad so in und ja sooo cool!”-Welle. Forks ist ein Pilgerort geworden. Und ich hoffe, dass ein jeder, der dort auftaucht, neben dem ganzen Merchandising-Kram enttäuscht wird. Wer nicht merkt, dass der als trist beschriebene Ort auch in Realität so trist sein wird, ist wirklich selbst Schuld.

Aber dennoch – wenn man Vampirliteratur vorher mochte, sollte man auch diese Serie gelesen/gesehen haben. Wenn man hinter die Fassade schaut, die vor allem in den Filmen aufgebaut wurde, um das Ganze massentauglich zu machen (übrigens: wer weiß, wie viel an den Büchern von Anfang an als Mainstream geplant war, um das Thema nach vorn zu bringen…), erkennt man ein wirklich gutes Storytelling dahinter.

Im Vergleich zu anderen Vampirserien weist die “Twilight”-Serie nämlich eine wirkliche Weiterentwicklung der Story auf. Hier kommt in den verschiedenen Bänden nicht immer dasselbe Muster wieder zum Einsatz – nein, es sind wirklich Verflechtungen zwischen Personen und Geschehnissen erkennbar, die einen sinnvollen Handlungsstrang aufbauen.

Sicherlich gibt es wirklich fragwürdige Szenen in der Serie, sei es z.B. die Hochzeitsinsel, auf die Bella und Edward im vierten Band fahren… Da kann man wirklich nur die Augenbrauen fragend in die Höhe ziehen.

Um hiermit irgendwann zum Schluss zu kommen… Ja, ich lese gerade den nächsten Band der Serie, “The Short Second Life of Bree Tanner”. Ganz einfach, um ein Gesamtbild der Bücher zu erhalten, um das evtl. fehlende Puzzleteil mit einzureihen. Und aus Neugier. Wird die Autorin es schaffen, die “böse” Seite der Vampire darzustellen?

Ich werde euch auf dem Laufenden halten… :)

btw 1: Auch dieser Hype wird irgendwann ein Ende finden. Ich hoffe, dass man dann wieder in fast leere Kinos gehen kann, wenn ein Vampirfilm läuft. Ich hoffe, dass es wieder eine Nische in der Literatur wird. Und ich hoffe, dass die wirklich guten Autorinnen (meistens sind es ja Autorinnen) weiterhin ihre Bücher schreiben, auch wenn eine Verfilmung (z.B. TrueBlood, BloodTies…) ausbleibt. Damit wir weiterhin in den Genuss von ausgefallenen, sexy und düsteren Vampirgeschichten kommen. Damit dieser ganze oberflächliche Kram zur Seite gelegt wird und das Wesentliche wieder wichtig wird.

btw 2: Es freut mich, wenn interessierte Leute durch die Medienpräsenz des Themas zu den Büchern finden oder ihre Liebe zum Vampirmythos entdecken. Irgendwie so hat es uns ja auch getroffen. Wenn jedoch einige denken, nur weil sie einige Folgen VampireDiaries, TrueBlood oder BloodTies gesehen haben, Vampirexperte zu sein oder abfällig auf die Romanvorlagen herabblicken, bekomme ich wirklich schlechte Laune. Wenn es euch nicht interessiert, dann haltet euch daraus. Und nein, TrueBlood ist keine Serie, in der es hauptsächlich um kopulierende Menschen geht. Der eigentliche Hintergrund ist viel tiefer. Schade, dass so viele “Fans” das nicht merken.

Link zum Buch

Chaya

Geschützt: dunkle rosenblätter… [poesie]
  

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